Eine neue soziale Initiative für den Leipziger Westen

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht am Sonntag, 17. März 2013 Geschrieben von Super User

Junge Fußballfans unterstützen sozial benachteiligte Menschen - Neue Initiative im Interview

 

Der Schritt war mutig wie verantwortungsvoll; eine neue soziale Initiative für Menschen im Leipziger Westen zu gründen. Menschen zu unter-stützen, denen das Schicksal im Leben nicht gewogen war. Sie materiell zu fördern und darüberhinaus einzuladen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dass diese Initiative von Fußballfans kommt, macht die Sache dann noch interessanter wie ungewöhnlicher. Fans der Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig gründeten "Chemie Leipzig – aus dem Westen für den Westen“ als soziale Initiative.

Logo der neuen sozialen Initiative von Chemie -Fans

 

Eine kurzfristige Laune war es nicht, vielmehr der feste Wunsch etwas zu erreichen, das Leitbild ihres Fußballvereins noch weiter zu schärfen; soziale Verantwortung zu übernehmen. Und so zielgerichtet ist auch die erste Institution ausgewählt, die sie unterstützen. Es ist das "Übernachtungshaus für wohnungslose Männer" in Leipzig - Leutzsch, landläufig als Obdachlosenasyl bezeichnet. Hier soll durch die Stadt Leipzig bis zu 50 obdachlosen Männern eine menschenwürdige Unterkunft geboten werden. Es ist ein klares Zeichen, hier zu wirken, hier anzusetzen. Die Menschen, die hier unterstützt werden, stehen oftmals nicht im Focus. Abschätzig werden sie in der Öffentlichkeit oftmals als "Penner" bezeichnet. Um so klarer ist das Bekenntnis, diese Menschen zu unterstützen. Wer weiß, ob nicht der eine oder andere von ihnen früher neben einem im Alfred-Kunze-Sportpark auf dem Norddamm stand oder selbst auf der VIP-Tribüne saß? Es sind Schicksale, die bewegen und
so unglaublich schnell fast jeden Menschen ereilen können.

Ein Initiator von „Chemie Leipzig – aus dem Westen für den Westen“ besuchte vor einigen Tagen unser Zentrum, fast in Rufnähe vom Übernachtungshaus entfernt. Benny aus der aktiven Fanszene der Leutzscher stand unserem Team Rede und Antwort.


Hallo Benny, wann habt Ihr die Initiative gegründet?

In der langen Winterpause haben wir uns an die ersten Vorplanungen gemacht. Erster offizieller Termin von uns war dann am 31. Januar ein Besuch bei der Leiterin des städtischen Übernachtungshauses auf der Rückmarsdorfer Straße 7. 


Was hat Euch bewogen, in diesem Bereich tätig zu werden?

Wir wollten einfach soziale Verantwortung im Leipziger Westen übernehmen, das Leitbild unserer BSG mit noch mehr Leben füllen. Man sieht es bei vielen Fußball-Großvereinen und deren Fans, was sie im sozialen Bereich bewegen können. Chemie ist kein normaler Landesligist, wir erreichen viele Menschen. Daher wollen wir uns auch einsetzen.


Wieviele Fans engagieren sich bei Euch?

Fünf Aktive engagieren sich in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt Leipzig für das Projekt. Sie kommen aus allen Bereichen der aktiven Fanszene. Es soll kein "Einmalprojekt" sein, vielmehr soll die Arbeit in regelmäßigen Abschnitten wiederholt werden. Die nächsten Projekte sind bereits in Planung.


Wieso habt Ihr Euch als erstes Projekt für das Übernachtungshaus entschieden?

"Aus dem Westen für den Westen", das ist der Leitspruch unserer Initiative. Wir möchten das mit dem Ziel verbinden, Menschen zu helfen, die wenig Beachtung erfahren. Und dazu gehört eine Einrichtung wie das Übernachtungshaus. Ich kann jetzt schon mal sagen, dass wir, unabhängig von der materiellen Hilfe, den dort lebenden Menschen auch die Gelegenheit geben wollen, Chemie live im Stadion zu erleben.


Wie macht Ihr auf Eure Initiative aufmerksam?

Zuallererst haben wir auf der Homepage von Chemie Leipzig geworben und uns hier mit unserem Anliegen vorgestellt. Zudem kommen Fyleraktionen im Stadion dazu, jedem Fan soll ein Flyer übergeben werden. Auch mit Durchsagen zur Pause soll die Initiative beworben werden. Der erste Erfolg stellt sich ein, die erstens Fans haben sich auf die Meldung auf der Homepage gemeldet.


Neben Eurem normalen Fangengagement investiert Ihr wieviel Zeit in das Projekt?

Einige Stunden in der Woche werden in der Spielzeit schon dafür draufgehen, für die Organisation, für Flyer, Plakate und auch Spruchbänder.


Wie ist das Feedback des Vereins zu Eurem Engagement?

Der Verein hat die Initiative sehr gut aufgenommen. Mir fällt dazu eine kleine Anekdote ein, als unser Projekt auf einer Vorstandsitzung vorgestellt worden ist, fragte ein Vorstandsmitglied in die Runde "Wer getraut sich jetzt, nein zu sagen?":


Welche Dinge sammelt Ihr denn genau für das Übernachtungshaus?

Kleidung
wie Männerbekleidung (keine Unterwäsche), Haus-, Bade- sowie Straßenschuhe etc.

Elektrokleingeräte für den Haushalt
wie Wasserkocher, Kaffeemaschine, Toaster etc.

Küchenbedarf
wie Besteck, Geschirr, Töpfe, Pfannen etc.

Sonstiges
wie Handtücher, Bettlacken, Bettbezüge, Schlafsäcke, Steppdecken etc.

Uns ist es wichtig, dass die Sachspenden, die wir abgeben, noch in einem ordnungsgemäßen und gut verwendbaren Zustand sind. Die Sachen werden zum Spiel gegen Budissa Bautzen am 27. April gesammelt werden. zwei Sammelcontainer stehen dafür am Haupteingang und auf dem Gästeparkplatz zur Verfügung. Wer am Spiel nicht teilnehmen kann, dem bieten unter der E-Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! die Möglichkeit, mit uns Kontakt aufnehmen, um eine alternative Spendenübergabe zu klären. Für Fragen und Anregungen stehen wir Euch natürlich hier auch zur Verfügung.


Willst Du unseren Lesern noch etwas mitteilen?

Wir würden uns freuen, wenn mehr an Menschen gedacht wird, denen es nicht gut geht. Es ist wie mit unserem Stadtteil, Leutzsch darf nicht abgehangen werden.


Benny, wir danken Dir ganz herzlich für das Gespräch.

 

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