Tapir-Taufe im Zoo Leipzig

Kategorie: Sehenswürdigkeiten
Veröffentlicht am Freitag, 03. Oktober 2014
Geschrieben von Viviane Goesch

 

 

A tapir is born!

das Geheimnis ist gelüftet und wird verspeist Und seit vorgestern hat er auch einen Namen: KEDUA wird der kleine Tapri-Bulle, der am 10. September im Leipziger Zoo das Licht der Welt erblickte, fortan genannt. Zoodirektor Dr. Jörg Junhold erklärte, dass der Name „der Zweite“ bedeute. Das passt, denn – wie einige wissen - Kedua hat bereits einen größeren Bruder namens Baru. Beide Schabrackentapire wurden im Leipziger Zoo geboren. Alle freuen sich über den Tapir-Nachwuchs, denn die Haltung von Schabrackentapiren ist aufwendig; die Zucht dieser Tiere gelingt nicht immer.

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1000 Jahre Leipzig - Zum Jubiläum im Jahr 2015 III

Kategorie: Sehenswürdigkeiten
Veröffentlicht am Montag, 21. April 2014
Geschrieben von Christoph David Schumacher

Die Leipziger Messe - Teil 1

 

Die Feierlichkeiten zum 1000jährigen Bestehen der Stadt Leipzig rücken immer näher. Im dritten Teil unserer Serie behandelt unser Autor Edmund Schneider diesmal die Leipziger Messe, einen bedeutenden Bestandteil unserer Stadt, der Leipzig  zu Weltruhm verholfen hat. Chronologisch wollen wir Euch in diesem ersten Teil zur Messe bis zum Jahr 1945 die Entwicklung näherbringen.  

Leipziger Messehochhaus

Um 1165 verlieh der Meißner Markgraf "Otto der Reiche" Leipzig das Stadt- und Marktrecht. Dies ist gleichzeitig die erste Erwähnung des Leipziger Jahrmarktes. Im Jahr 1190 bestätigt der Markgraf Albrecht von Meißen die beiden Märkte in  Leipzig; den Jubilatemarkt zu Ostern und den Michaelismarkt, der jeweils Ende September stattfand. 1341 erwerben die Tuchmacher dann ein eigenes Haus am Markt. Es ist das älteste Leipziger "Gewandhaus". Rund 80 Jahre später, 1420, wird  Leipzig von Nürnberger Kaufleuten als Umschlagplatz für den Handel mit Polen ausgewählt. 1458 verleiht Kurfürst Friedrich II. der Stadt Leipzig darauhin das Recht, einen weiteren Markt, den Neujahrsmarkt, abzuhalten.

 

Im 15. Jahrhundert wird Leipzig ein bedeutender Umschlagplatz für Pelze, Seide und Edelsteine sowie für Metalle allgemein. Auch sächsisches Silber und Zinn wird hier gehandelt. Leipziger Händler übernehmen im Anschluss die Führung im  Handel mit dem Königreich Polen. Das wichtige Reichsmesseprivileg wird 1497 dann durch Kaiser Maximilian I. verliehen.

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Baustart der Kiwara-Kopje im Zoo Leipzig

Kategorie: Sehenswürdigkeiten
Veröffentlicht am Donnerstag, 27. Februar 2014
Geschrieben von PeterSchön

Die Spitzmaulnashörner bekommen ein neues Zuhause

 

Spitzmaulnashorn Nandi mit Jungtier Samia © Zoo LeipzigDer Zoo Leipzig verfolgt weiter konsequent seine Vision vom „Zoo der Zukunft“. Mit dem Baustart der Kiwara-Kopje erhalten die Spitzmaulnashörner ab 2015 eine neue Anlage im afrikanischen Stil. Die Fels- und Steppenlandschaft wird das Außengehege der Kiwara-Savanne komplettieren. Die Nashörner werden mit den übrigen Bewohnern der Savanne vergesellschaftet und können dadurch über 6000 m² Außenanlagen nutzen.

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Leipziger Völkerschlachtdenkmal

Kategorie: Sehenswürdigkeiten
Veröffentlicht am Samstag, 06. April 2013
Geschrieben von Super User

Serie: Die Völkerschlacht bei Leipzig und das Völkerschlachtdenkma

 

In diesem Jahr 2013 jährt sich zum 200 Male die "Völkerschlacht bei Leipzig", die am 16. Oktober 1813 ihren verhängnisvollen Anfang nahm. Zum Andenken an diese, zum damaligen Zeitpunkt wahrscheinlich größte und blutigste militärische Auseinandersetzung zwischen Völkern und Volksgruppen der Weltgeschichte, wurde exakt einhundert Jahre nach dem Ende der Schlacht das Völkerschlacht am 18. Oktober 1913 in Leipzig offiziell eingeweiht. Dieses monumentale Denkmal, welches zu den größten Denkmälern Europas zählt, ist ein zeitgeschichtliche "Riese", der an das Leid und Tod der Menschen wie aber auch an die Freiheit für Europa erinnert.

Völkerschlachtdenkmal in Leipzig - Archivfoto

Die Festreihen zu den beiden Doppeljubiläen "200 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig" und "100 Jahre Völkerschlachtdenkmal" werden in den nächsten Monaten in Leipzig breit zelebriert werden. Auch Tüpfelhausen beteiligt sich mit seinem Redakteur Edmund Schneider mit einer eigenen Serie an diesen bedeutenden geschichtlichen Jubiläen.

Als größte und blutigste militärische Auseinandersetzung zwischen Völkern und Volksgruppen ist die Völkerschlacht in die Geschichte und das Bewusstsein vieler Menschen auf der ganzen Welt eingegangen. Die überwiegende Zahl der heute lebenden Menschen in Amerika, Asien, Afrika und in Europa, aber auch in Deutschland und selbst viele Leipziger werden, trotz Kenntnis des Ereignisses, eher ein geringeres Detailwissen besitzen. Der 200. Jahrestag der Völkerschlacht und das 100. Jubiläum der Denkmalsweihe hier in Leipzig sind ein guter Anlass an das Geschehen von damals zu erinnern.

Zu erinnern an die Befreiung von der französischen Besatzung und appellierend sich für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung einzusetzen.

 

Wie ist es zu dieser Tragödie gekommen – Was geschah bevor das Massaker bei Leipzig stattfand ?

 

Chronologie der Ereignisse:

1804 der 35-jährige Napoleon Bonaparte wird zum Kaiser der Franzosen gekrönt und versteht sich als Nachfolger Karls des Großen.

1805 im Herbst beginnt der 3. Koalitionskrieg in dem sich England, Russland, Österreich, Schweden und das Königreich Neapel Frankreich gegenüberstehen. Am 12. Juni gründet Napoleon mit 16 süd- und westdeutschen Staaten den Rheinbund. Bayern und Württemberg gehören dazu – sie macht er zu Königreichen.

1806 Die Schlacht bei Jena und Auerstedt wird für Preußen und Sachsen ein Fiasko. Die Länder werden besetzt. Sachsen muss 30 Mill. Francs „Befreiungsgeld“ zahlen.

1809 Krieg zwischen Frankreich und Österreich. Am 06. Juli siegt Napoleon bei Wagram. Am 14. Okt. unterzeichnet Kaiser Franz I. den Friedensvertrag von Schönbrunn.

1810 Im März dieses Jahres heiratet Napoleon die Tochter des österreichischen Kaisers, Marie Louise.

1812 Am 24. Juni fällt Napoleon mit 600.000 Soldaten in Russland ein. Sachsen beteiligt sich mit 27.000 Soldaten. Wegen der hohen Verluste durch Hunger, Kälte und Seuchen flieht Napoleon in 12 Tagen zurück nach Paris um ein neues Herr aufzubauen. Sachsen beteiligt sich erneut.Der russische Zar Alexander I. will Napoleon nun endgültig schlagen und verfolgt die Reste der französischen Truppen bis nach Deutschland. Österreich schließt derweil einen Waffenstillstand mit Russland.

1813 Am 28. Februar sind die preußisch-russischen Vorausabteilungen bereits in Dresden. Am 2. Mai schlägt Napoleon bei Großgörschen das Heer der Preußen und Russen. Ein Waffenstillstand, der am 10. August 1813 zu Ende geht, wird von beiden Seiten zur Vorbereitung auf eine Entscheidungsschlacht genutzt. Auch Österreich erklärt nun Napoleon den Krieg. Die nunmehr verbündeten Staaten Russland, Preußen, Österreich und Schweden, materiell unterstützt von England bilden drei große Heere:

 

Die böhmische Armee (Österreicher, Russen u. Preußen i. Böhmen) 254.000 Mann

Die schlesische Armee (Russen und Preußen in Niederschlesien) 104.000 Mann

Die Nordarmee (Schweden, Litauern u. Preußen in Brandenburg) 125.000 Mann

Das Korps Wallmoden (Russen, Schweden, Engländer und Preußen) 27.000 Mann

Über eine halbe Million Sodaten, die den Franzosen gegenüberstehen. Für Napoleon ist die Lage kritisch.

 

27. August, ein letztes Mal gewinnt Napoleon vor den Toren Dresdens eine bedeutende Schlacht.

Donnerstag 14. Oktober – ein relativ großer Teil der Truppen der verbündeten bewegt sich auf Leipzig zu. Napoleons Plan ist es, die Verbündeten zu schlagen indem er diese Truppenteile vernichtet, bevor die im Marsch befindlichen großen Heeresteile der Verbündeten hinzustoßen.

- Die Schlacht beginnt -

Über Stunden wogt der Kampf bei Liebertwolkwitz hin und her. Gegen 18 Uhr wird der Kampf beendet. Den Folgetag, Freitag der 15. Oktober, nutzen beide Kriegsparteien zur Heerschau.

Sonnabend den 16. Oktober, 8 Uhr stehen die Verbündeten in Schlachtordnung bereit. Kanonen- und Gewehrkugeln hageln über die Gefechtsfelder. Es tobt ein gnadenloser und verlustreicher Kampf.

 

Sonntag 17. Oktober, der Tag vergeht fast ohne Kämpfe. In Napoleons Truppen werden Munition und Kanonen knapp. Napoleon schickt einen Unterhändler um einen Waffenstillstand zu erreichen. Er erhält keine Antwort! Die Frage für ihn - Rückzug oder Kampf ?

Montag 18. Oktober - Tag der Entscheidung ! Es ist an diesem heiteren und sonnigen Tag eine Abfolge zahlreicher paralleler Schlachten und Gefechte die als mörderische Gemetzel geführt werden. Für Napoleon wird die Lage ernst – gegen 19 Uhr verlässt er das Schlachtfeld und befielt seinen Truppen den Rückzug bei Nacht.

Dienstag 19. Oktober - mit dem ersten Tageslicht beginnen die verbündeten Heere von Süden, Osten und Norden die Erstürmung Leipzigs. Gegen 13 Uhr feiern die Kaiser von Österreich und Russland der König von Sachsen und der Kronprinz von Schweden auf dem Markt den Sieg.

Die Völkerschlacht bei Leipzig mit bis zu 600.000 beteiligten Soldaten geht als bis dahin größte Feldschlacht in die Geschichte ein. Rund 100.000 Soldaten fanden den Tod. Zehntausende liegen, größtenteils schwer verwundet in Spitälern, Kirchen und öffentlichen Gebäuden. Zerstörung, Seuchen sowie Hunger und Armut erhöhen das Leid der Bevölkerung. Napoleon mit seinem Restheer flüchtet. Er wird von den Verbündeten bis nach Frankreich verfolgt und vor Paris mit seinen französischen Truppen von Blücher und Schwarzenberg endgültig besiegt.

Der Kaiser Napoleon muss abdanken und wird am 3. Mai 1814 auf die Insel Elba gebracht. Bereits am 26. Februar 1815 flieht er von dort aufs französische Festland. Aus größtenteils übergelaufenen Regierungstruppen stellt er 4 neue Divisionen zusammen.

18. Juni 1815, Waterloo - Napoleon wird ein zweites Mal geschlagen und dankt daraufhin am 22. Juni 1815 endgültig ab. Am 9. August 1815 legt ein Segelschiff, mit Napoleon an Bord, ab um ihn auf die englische Atlantikinsel Sankt Helena zu bringen. Am 5. Mai 1821 stirbt Napoleon auf dieser Insel.

Teil 2 unserer Serie:  Das Völkerschlachtdenkmal – Entstehung und Geschichte


Die Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig, die tausenden Menschen den Tod und unvorstellbares Leid zugefügt hatte, sitzt damals tief.
Bereits im Oktober 1813 erteilt Feldmarschall Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg den Befehl alle bereits bekannten und noch bekannt werdenden Berichte und Nachrichten durch Druck dem „Publico“ mitzuteilen.
Grundgedanke hierfür ist bereits damals, kommenden Generationen das Geschehene mitzuteilen, um das Gedenken an die Opfer zu bewahren. 
Friedrich Arnold Brockhaus, dessen Verlagshaus damals noch in Altenburg stand, er zog erst 1817 nach Leipzig um, nahm sich dieser Aufgabe an.
Angeregt durch die im März 1814, also im Folgejahr der Völkerschlacht, bekannt-gewordenen Pläne in Russland aus zurückgelassenen Kanonen der geflüchteten napoleonischen Armee ein Denkmal in Moskau und Petersburg zu errichten, rief auch er die Deutschen auf, auf einem erhabenen Punkte der Völkerschlacht eine Sieges- und Triumphsäule zu errichten.

Ein anderer Blick auf das Völkerschlachtdenkmal

In den folgenden Wochen wurden dutzende Vorschläge, Skizzen und Entwürfe von Säulen Figuren und Gebäuden, teils mit tempelähnlichem Aussehen, eingereicht, die allesamt keine allgemeine Zustimmung fanden. Im Mai 1814 schaltete sich der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt, der selbst an der blutigen Schlacht teilgenommen hatte, in die Diskussion ein und formulierte ganz konkret seine Vorstellungen von einem Denkmal welches dem historischen Ereignis gerecht und es nicht zu sehr beschämen darf. Er formulierte es damals sinngemäß so:

Ein Denkmal welches groß wie ein Koloss sein und sowohl an die Gefallenen als auch an die Befreiung von einem abscheulichen Tyrannen erinnern soll.  Das Denkmal muß draußen stehen, wo so viel Blut floß, es muß so stehen, dass es ringsum von allen Straßen gesehen werden kann, auf welchen die verbündeten Heere zur blutigen Schlacht der Entscheidung heranzogen.

 

Ansicht der Figur des Erzengels Michael am Fuße des Denkmals


Damit gilt Ernst Moritz Arndt als Urheber der Denkmalsidee.

Allerdings wurde die Umsetzung dieser Idee durch die politischen Ereignisse der folgenden Jahre immer wieder verhindert. Da Sachsen in der Schlacht auf Seiten Napoleons stand und dafür mit erheblichen territorialen Verlusten "bestraft" wurde, war der Wille, dieser eigenen Niederlage in Leipzig ein Denkmal zu setzen, gering. An einen Denkmalsbau war demzufolge vorerst nicht zu denken. Zum 50. Jahrestag der Völkerschlacht im Jahre 1863 zelebrierte man eine Grundsteinlegung, obwohl es zu diesem Zeitpunkt und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu keinem echten Baubeginn und keiner ernsthaften Umsetzung erster bestehender Pläne kam. Es sollten noch 31 Jahre vergehen, bis die Idee des Denkmals wieder aufgegriffen wurde.

Am 26. April 1894 gründete der Architekt Clemens Thieme den  "Deutschen Patriotenbund zur Errichtung des Völkerschlachtdenkmals bei Leipzig"
Im Folgejahr, also 1895, schrieb der Deutsche Patriotenbund einen allgemeinen Ideenwettbewerb aus, den letztendlich der Berliner Architekt Bruno Schmitz gewann. Den größten Teil der Baukosten in Höhe von 6 Mio.Goldmark zzgl. ca. 3 Mio.Goldmark  für den Verwaltungsaufwand (umgerechnet ca. 50 Mio €uro) wurden durch Spenden und  Lotterien erbracht.
Die Stadt Leipzig stiftete das Baugrundstück von 42.000 m² und bewilligte bis zur endgültigen Fertigstellung des Denkmals einen finanziellen Zuschuss von  jährlich 10.000 Mark . Der erste Spatenstich erfolgte am 18.10.1898. In den kommenden 2 Jahren wurden nur Erd- und Gründungsarbeiten ausgeführt. Endlich - Am 18.Oktober 1900 wurde im Südosten von Leipzig der echte Grundstein für das von Bruno Schmitz entworfene Denkmal gelegt. Der Grundstein von 1863 wird verwendet und unter der Figur von St. Michael platziert. Als Bauherr fungierte damals Clemens Thieme, auf dessen Vorschlag der Einbau der Krypta vorgenommen wurde.

Nach über 13 Jahren Bauzeit wird am 13.05.1912 der Schlussstein an einem der anspruchsvollsten und aufwendigsten Denkmalsbauwerke gesetzt. Das 91 m hohe Bauwerk wird von 65 Betonpfeilern getragen, an die später der Erdhügel angeschüttet wurde.

Gigantomie aller Orten

Das Denkmal gliedert sich im Inneren in drei Teile :

1. Die Krypta als Ehrenmal für die gefallenen Soldaten
2. Darüber die Ruhmeshalle als Hauptraum
3. und darüber die 29 m hohe Kuppel

In der Krypta, die ein symbolisches Grabmahl darstellt, halten 16 Krieger die Köpfe in Trauer gesenkt, die Totenwache. Sie stehen vor 8 fast sechs Meter hohen Totenmasken, die das Sterben versinnbildlichen. In der Ruhmeshalle sitzen vier fast 10 m hohe Kollossalfiguren die die Tapferkeit, die Glaubensstärke, die Volkskraft und die Opferbereitschaft darstellen. Die Kuppel beeindruckt mit 324 fast lebensgroßen Reitern die als Relief in
11 übereinander angeordneten Reihen zu sehen sind und die siegreiche Heimkehr der Krieger symbolisieren sollen.

Kurz vor der Einweihung des Denkmals konnte noch das 162 x 79 Meter große Wasserbecken fertiggestellt werden.

Ansicht vom Völkerschlachtdenkmal auf den sogenanten See der Tränen um die gefallenen Soldaten
Am 16. Oktober 1913 beginnen, mit tausenden Gästen, die Feierlichkeiten zur Weihe des Denkmals. An den Feierlichkeiten, die unter dem Einfluss der politischen Verhältnisse d.h. in der Vorahnung des 1. Weltkrieges, zu einem nationalistischen Spektakel wurden, nahmen
Kaiser Wilhelm II, der russ. Großfürst Kyrill, Erzherzog Franz Ferdinand, Prinz Wilhelm von Schweden und die deutschen Bundesfürsten teil.

Parallel zum Völkerschlachtdenkmal liefen die Bauarbeiten zur russischen Gedächtniskirche. Im gleichen Jahr, am 17. Oktober 1913, erfolgt auch die Weihe dieses Gotteshauses. Ein Jahr später, mit dem Attentat von Sarajewo am 28.06.1914, beginnt faktisch der 1. Weltkrieg. Haben die Politiker keine Lehren aus der Geschichte gezogen ?

Alle politischen Systeme nutzten in den folgenden Jahrzehnten das Denkmal als Kulisse für Aufmärsche und Demonstrationen. 1944/45 wurden unter dem Denkmal Luftschutzanlagen eingerichtet die letztendlich zum Beschuss durch einmarschierende amerikanische Truppen und damit zu erheblichen Beschädigungen des Denkmals führten. Aus dem noch vorhandenen Vermögen des Deutschen Patriotenbundes wurden diese Schäden nach dem Krieg relativ schnell behoben.

Je nach Deutung der Symbolik, ob mahnend, christlich, national oder europäisch bleibt das Denkmal auch in den folgenden Jahrzehnten eine beliebte Kulisse für Aufmärsche Demonstrationen und Großveranstaltungen.

Während der DDR-Zeit beschränkten sich die Reparatur- und Erhaltungsarbeiten nur auf das Notwendigste. Nach der friedlichen Revolution 1989/1990 kommt der wahre Zustand des Denkmals ans Licht. Nach einer gründlichen Prüfung In den 90er-Jahren wird ein Sanierungsbedarf von mindestens 30 Mill. D-Mark ermittelt. Eine lebhafte Diskussion um die Erhaltung und Finanzierung kommt in Gang. Aber die Leipziger lieben ihr Denkmal und erkennen den ethischen und kulturellen Wert und sprechen sich eindeutig für die Erhaltung ihres Wahrzeichens aus.

Teil 3 unserer Serie: "Die Sanierung des Denkmals"


Die Diskussion um die Erhaltung und vor allem um die Finanzierung des Völkerschlachtdenkmals wird bis zum Ende der 90-er Jahren intensiv weitergeführt. Ein großer Schritt in Richtung Erfolg wird gewertet, als sich am 09.Oktober 1998 der "Förderverein Völkerschlachtdenkmal e.V."
mit dem Ziel gründet, dieses große Denkmal für nachkommende Generationen zu erhalten und umfassend zu sanieren. Dieses ehrgeizige Ziel soll zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht und zum 100. Jubiläum der Denkmalseinweihung im Oktober 2013, also in diesem Jahr, erreicht werden.

Ansicht auf das Völkerschlachtdenkmal in voller Größe


Nun besinnt sich auch die Kommunalpolitik: Am 14.Juli 1999 fasst der Leipziger Stadtrat den Beschluss, das Völkerschlachtdenkmal als eine herausragende Sehenswürdigkeit der Stadt und als Kulturdenkmal ersten Ranges, als Ort lebendiger Erinnerung, Erlebnisraum und Stätte offener Kommunikation in einem europäische Identität stiftenden Sinne herauszubilden.

Doch die Finanzierung stellt immer noch ein großes, scheinbar unlösbares Problem dar. In solchen Fällen kann - wie so oft - eine Stiftung helfen.

Die Stiftung des öffentlich Rechts zum Erhalt und der Sanierung des Denkmals wird im Jahr 2002 gegründet. Die Stadt Leipzig und der Freistaat Sachsen verpflichten sich bis 2013 rund 20 Mill. Euro in das Denkmal zu investieren. Doch auch 1,5 Mill. Euro Spenden von Einzelpersonen und Unternehmen haben ganz wesentlich zum Gelingen des Vorhabens beigetragen. Dem unermüdlichen Engagement des Fördervereins Völkerschlachtdenkmal e.V. in den vergangenen 14 Jahren ist es zu verdanken, dass dieses gewaltige Vorhaben angepackt und zum Erfolg geführt wurde.

Mit Stolz können heute alle Beteiligten auf das bereits Erreichte verweisen :

Abgeschlossene Aufgaben :
Weithin sichtbar ist die sanierte und gereinigte Außenhaut des Denkmals. Ein freundliches Besucherzentrum wurde gebaut und empfängt nun die Gäste aus nah und fern. Mit dem Einbau von Fahrstühlen wurde ein barrierefreier Zugang geschaffen, der das Denkmal auch für Menschen mit Behinderung attraktiv macht. Die bis dahin immer noch vorhandenen Kriegsschäden in der Ruhmeshalle wurden beseitigt. Neue Bildglasfenster sind eingesetzt und erstrahlen in heller Farbenpracht. Die Kuppel mit den 324 Reiterfiguren, als Reliefe herausgearbeitet wurde saniert. Die schon lange nicht mehr funktionierende Entwässerung und die altersschwache Heizung wurden modernisiert. Die Treppen ausgebessert und erneuert.
Das Stifterzimmer wurde restauriert  Die Kabeltrassen, Wasserleitungen und die Beleuchtung wurden demontiert und komplett neu verlegt.
Marode Zufahrtswege wurden grundhaft ausgebaut.Zur Verbesserung des gesamtem optischen Eindrucks wurden Rasen, Hecken und Großgrün gesät und neu gepflanzt Komplettiert wird alles durch die „Möblierung“ der Anlage durch Bänke, Papierkörbe und Tafeln die neu aufgestellt wurden.

In Realisierung befindliche Aufgaben :
Zur Zeit laufen die Arbeiten zu folgende Maßnahmen: Instandsetzung und Komplettierung der Haupttreppe vom Wasserbecken
zum Eingang. Erneuerung aller übrigen Freitreppen

In Planung sind :
Doch der Förderverein gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden – als nächstes großes Bauvorhaben ist geplant : Instandsetzung des Wasserbeckens einschließlich der Erneuerung der Dichtung, sowie der Zu-, Ab und Überläufe

Dem unermüdlichen Engagement des Fördervereins Völkerschlachtdenkmal in den vergangenen 14 Jahren ist es zu verdanken, dass dieses gewaltige Vorhaben angepackt und zum Erfolg geführt wurde bzw. wird.  Dem Förderverein gebührt deshalb unsere höchste Anerkennung, großer Respekt  und tiefempfundene Dankbarkeit.


Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2013


14. März bis 17. März
Buchmesse mit Buchpremieren u.a. mit Autorin Sabine Ebert

30. April bis 10. November

Landkreisausstellung im Museum Borna mit dem Titel „1813 – Eine Bilanz – Leipzigs
Süden im Jahr der Völkerschlacht“

25. Mai
Bürgerfest rund um das Völkerschlachtdenkmal mit einer Theaterpremiere in der Krypta. Veranstalter ist der Förderverein Völkerschlachtdenkmal

06. Juni  bis  09. Juni
Europäisches Chortreffen im und am Völkerschlachtdenkmal mit der langen Nacht der
Chöre mit Auftritten beim Stadtfest und in Leipziger Kirchen.

08. Juni
Gedenkveranstaltung zum 195 Todestag des polnischen Generals und Nationalhelden
Jan Henryk Dombrowski. Veranstalter ist der Kunst- und Heimatverein Wiederitzsch.

20. Juli
Eröffnung des neuen 360-Grad-Panoramas von Yadegar Asisi im Panometer an der
Richard-Lehmann-Straße mit dem Titel :
„Leipzig 1813 – in den Wirren der Völkerschlacht“

23. Juli  bis  20. Oktober
Im Grassi-Museum für angewandte Kunst. Ausstellung mit dem Titel :
„Kanonenknall und Hausidyll – Kunsthandwerk zur Zeit der Völkerschlacht“

01. September  bis  05. November
Ausstellung mit Sach- und Porträtzeichnungen von Dietrich Wenzel im Gutshaus
Markkleeberg-Ost.

04. September bis  05. Januar 2014

Sonderausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum am Böttchergäßchen Titel :
„Helden nach Maß“

12. September bis 15. September

Lindenauer Stadtteilfest mit historischem Biwak

18. September bis 31. März 2013
Ausstellung „Die Völkerschlacht bei Leipzig – Ereignisse und Erinnerung“
Ort : Sächsisches Staatsarchiv

28. September bis 31. Mai 2013

Ausstellung „Die Österreicher in der Völkerschlacht bei Leipzig“ mit Exponaten aus dem
Wehrgeschichtlichen Museum Salzburg
Ort :  Schloss Markkleeberg

12. Oktober
Patroullienritt um Rötha als einstigem Hauptquartier der Monarchen

19. Oktober

Biwak im Gutshof und Konzert mit Kosakenchor in der Kirche in Portitz


Höhepunkt des Jubiläumsjahrs

Die Festwoche
vom 17. Oktober  -   20. Oktober 2013

17. Oktober
Festgottesdienst zur 100-jährigen Weihe der Russischen Gedächtniskirche und
ökumenisches Friedensgebet am Völkerschlachtdenkmal.
„Versöhnung im Zeichen des Glaubens“

18. Oktober
„Politische Begegnung im Herzen Europas“
Festakt und Übergabe des sanierten Völkerschlachtdenkmals mit der Uraufführung
einer Auftragskomposition, verfasst von Musikern aus Frankreich, Österreich, Polen,
Russland, Schweden und Deutschland.

19. Oktober

„Fest der Menschen“
am Völkerschlachtdenkmal mit emotionalen Musik-, Theater- und Lichtinszenierungen.

20. Oktober
„Lebendige Historie“
mit Darstellungen der Gefechte, des Alltagslebens der Soldaten und der zivilen Lebenswelt der Bürger von 1813 in Liebertwolkwitz, Markkleeberg und weiteren Orten rings um Leipzig

Leipzig steht also ein ereignisreiches Jahr bevor. Neben dem hier vorgestellten 200. Jahrestag der Völkerschlacht gibt es in jedem Monat dieses Jahres weitere Veranstaltungs-Highlights und kulturelle Höhepunkte in unserer Messestadt wie z. B. :

Februar :        Messe Haus-Garten-Freizeit
März :            Die Buchmesse
April :            Die WM Qualifikation im Kanu-Slalom
Mai :              Festakt zum 200. Geburttag Richard Wagners
Juni :             Der MDR-Musiksommer und das Bachfest
Juli :              Internat. Berufsweltmeisterschaften
August :        Die Classic-Open
September :   Schumann-Festwoche und die Mendelsohn-Festtage
Oktober :       Das Lichtfest und die Int. Dok-film-Woche
November :    23. Festival Euro-scene Leipzig und die 19. franz. Filmtage
Dezember :    Eröffnung Yadegar Asisi`s Panometer „Leipzig 1813“ und
Dezember      Die Inbetriebnahme des City-Tunnels

Die Aufzählung erhebt natürlichkeinen Anspruch auf Vollzähligkeit und stellt keine höhere Wertschätzung gegenüber den hier nicht genannten Veranstaltungen dar. Insgesamt erwartet uns, die Leipziger und ihre Gäste, also ein ereignisreiches spannendes Jahr 2013.

Wir wünschen den Organisatoren aller Veranstaltungen, auch den hier nicht aufgeführten, ein "gutes Gelingen", wir drücken die Daumen und sagen Toi, toi, toi. Das gesamte Team von "Tüpfelhausen - Das Familienportal e.V." und ich ganz persönlich freuen uns drauf. 


Ihr
Edmund Schneider

Zoo Leipzig

Kategorie: Sehenswürdigkeiten
Veröffentlicht am Samstag, 06. April 2013
Geschrieben von Super User

Der Leipziger Zoo - Teil 1 :  Entstehung und Entwicklung  bis zum 2. Weltkrieg

 

Es ist schon eine kleine Tradition, die auf den Seiten von Tüpfelhausen entstanden ist; mehrteilige Serien zu den großen Sehenswürdigkeiten und Denkmälern unserer Messestadt. Verantwortlich zeichnet sich dafür unser Redakteur Edmund Schneider, der diesmal der Geschichte und dem "Jetzt" des Leipziger Zoos nachgeht. Neben vielen Informationen aus Beständen und dem Internet war er auch diesmal vor Ort und ist selbst den Sachen auf den Grund gegangen. Wir starten heute mit der Enstehung und Entwicklung bis zum 2. Weltkrieg:

Im Jahre 1863 kam ein Herr Ernst Pinkert nach Leipzig und erwarb 1870 das Bürgerrecht in der Messestadt. Mit dem Erwerb des Bürgerrechts war neben anderen Privilegien auch eine Art Handels- und Gewerbekonzession verbunden. Das hieß für Herrn Pinkert die Genehmigung zum "Weinzapf" und für das Betreiben von Herbergen und Wirtschaften.

Sicht auf den Haupteingang des Zoo Leipzig

Nachdem er daraufhin 1871 die Gaststätte "Zum Plauenschen Hof2 am Brühl übernommen hatte, pachtete er bereits 2 Jahre später, also 1873, die Restauration "Zum Pfaffendorfer Hof" auf dem Gelände des Pfaffendorfer Ratsguts (noch heute erinnert die Paffendorfer Straße daran). Seine Idee, das Geststättengeschäft mit der zur Schaustellung von Tieren zu beleben,setzte er ab 1876 sehr geschickt und vorsichtig mit geliehenen exotischen Tieren aus der Tierhandlung Hagenbeck um. Im folgenden Jahr richtete er damit einen kleinen, mehr oder weniger provisorischen Tierpark ein.
Der Erfolg blieb nicht aus und so entschloss er sich neben der Gaststätte eine ständige zoologische Schau zu betreiben und zu unterhalten.

Auch diesen Plan setzte Pinkert unverzüglich um und eröffnete am 9. Juni 1878 seinen Privatzoo, den "Zoologischen Garten zu Leipzig" auf einer Fläche von ca. 1 ha. Pinkert engagierte sich von Anbeginn für die Haltung und die Zucht von Raubtieren.Zwei Jahre später, im Jahr 1880, umfasste der Bestand dieses Privatzoos bereits 274 Tiere in 98 Arten. Der "kleine" Zoo wuchs daraufhin sehr schnell zu einer beachtenswerten Größe.

1898 übergab Pinkert seinen Zoo an die kurz zuvor gegründete Aktiengesellschaft Zoologischer Garten Leipzig, blieb aber auch danach bis zu seinem Tode, am 28.04.1909, Vorstand und Zoodirektor. Mit der Neuorganisation des Unternehmens standen endlich auch mehr finanzielle Mittel zur Verfügung um wichtige und notwendige Investitionen vorzunehmen; so z.B. neue Tierunterkünfte, die Kongresshalle mit Konzertgarten, ein Affenhaus und ein neues Raubtierhaus.
Pinkert war neben diesen Aufgaben auch aktives Mitglied eines Fahrradclubs, des "Leipziger Bicycle-Club", das sei als Anekdote angeführt. Vor diesem Hintergrund stellte er 1882 die mittleren Parkwege des Zoos als erste Radrennbahn Mitteldeutschlands zur Verfügung.

Nach dem Tod von Ernst Pinkert im Jahr 1909 übernahm Johannes Gebbing bis zum Jahr 1934 die Leitung. Auf seine Initiative ist der Bau des Aquariums im Jahre 1910 zurückzuführen. Der erste Weltkrieg (1914 – 1918) unterbrach die positive Entwicklung des Zoos sehr schmerzlich und das in mehrfacher Hinsicht. Einige Einrichtungen wurden schwer beschädigt oder zerstört und der Tierbestand stark dezimiert.

Um den Zoo zu retten, wurde er Anfang 1919 in städtischen Besitz übergeleitet. Kurz drauf wurde das Areal auf 12,5 ha erweitert. Weitere Investitionen folgten darauf in schneller Folge, 1926 entstand das Dickhäuterhaus. 1930 nahm man die Bärenburg in Betrieb.

Karl Max Schneider übernahm von 1934 bis 1955 die Leitung des Zoos. Er legte großen Wert auf die wissenschaftliche Arbeit des Zoos und festigte mit einer viel beachteten effizienten Löwenzucht den Weltruf des Leipziger Zoologischen Gartens. 1935 wurde dann ein neuer Tierkindergarten eingeweiht. Doch wieder brach ein Krieg aus,  der 2. Weltkrieg richtete abermals verheerenden Schaden an. So fielen den Bombenangriffen, neben einigen anderen Gebäuden, auch das Planetarium zum Opfer und viele Tiere fanden den Tod.

 

Der Leipziger Zoo, Teil 2 :  Der Zoo nach dem 2. Weltkrieg

 

Den zahlreichen verheerenden Bombenangriffen gegen Ende des 2. Weltkrieges, fielen neben einigen anderen Gebäuden, auch das Planetarium zum Opfer und viele Tiere fanden den Tod. Nach dem Kriegsende lag deshalb das Hauptaugenmerk vorrangig auf der Instandsetzung der noch vorhandenen Bausubstanz. Dennoch wurde auch die Erweiterung weiter vorangetrieben.

Im Jahr 1957, bis 1964, übernahm Ludwig Zukowsky die Direktion des Leipziger Zoos. Auch er setzte die inzwischen zur Tradition gewordene wissenschaftliche Arbeit fort. 1964 löste dann Siegfried Seifert Zukowsky ab und übernahm für rund unglaubliche 29 Jahre die Leitung des Zoo Leipzig. Ihm gelang es, in höchst anerkennenswerter Weise, unter Einbeziehung und Mithilfe des Stadtrates, seine Arbeit sehr erfolgreich zu gestalten, indem er Visionen entwickelte und bemerkenswerte Vorhaben umgesetzte. So wurde 1969 ein neues Vogelhaus, 1971 eine Zwergflusspferdanlage und 1982 ein Menschenaffenhaus gebaut. Unter Einbeziehung von Teilen des Rosentals wurde das sogenannte Zooschaufenster geschaffen. welches noch heute als fortschrittlich für einen Zoo benannt wird.

Die Robben im Zoo Leipzig

Bis zum Jahre 1978 wurden im Leipziger Zoo beachtliche 250 Sibirische Tiger geboren.  Auf Grund dieses großen Erfolges bei der Tigerzucht wurde der Zoo 1976 von der internationalen Tierschutzunion mit der Führung des Internationalen Tigerzuchtbuches, sowie des Anoa-Zuchtbuches (Anoa = Kleinbüffel) beauftragt.

 

Dennoch fehlte es damals  an den erforderlichen Mitteln, den Zoo wirklich weiter nachhaltig zu entwickeln, attraktiver zu gestalten und zu modernisieren. Wie sollte es auch anders sein ? Die angrenzenden und umliegenden Gebiete lagen seit dem Krieg darnieder. Mit dem Fluss Parthe, die "zu allem Unglück" auch den Zoo durchquert, kamen auch noch die alltäglichen Umweltprobleme der DDR hinzu. Die stinkende Parthe wurde immer mehr zu einem untrüglichen Indiz für die Einleitung ungeklärter Abwässer. An den Rändern ein dichter Besatz aus grauen Fetzen und ekligem Treibgut verstärkten diesen Eindruck. Es war die hässliche Ergänzung der Kenntnisse von den toten Gewässern der Pleiße und des Elstermühlgrabens mit ihren Phenolschaumdecken.

 

Und dennoch hielten die Leipziger, sicher auch wegen des relativ spärlichen Umfangs von Freizeitangeboten und der eingeschränkten Reisefreiheit, dem Zoo weiterhin die Treue. Die Besucherzahlen bewegten sich in den Jahren von 1970 bis 1990 konstant um die 1,2 Mio Besucher pro Jahr.

Zwei verliebte Elefanten beim Spiel

Die 1990 geöffneten Grenzen und die damit verbundenen sprunghaft gestiegenen Möglichkeiten zu Fernreisen und der Freizeitgestaltung ließen die Besucherzahlen zunächst stark sinken. Obwohl nach der Wende die bekannten Probleme nicht sofort beseitigt werden konnten und somit weiterhin existierten, rückten sie doch bei den Verantwortlichen wieder stärker ins Blickfeld.

Während der Jahre der friedlichen Revolution und in den Umbruchjahren, in dieser Zeit von der Mehrzahl der Bürger fast unbeachtet, entstand das neue Aquarium mit einem Ringbecken, bei dem der Zuschauer, von Wasser und den Fischen umgeben ist. Durch massive Unterstützung der alten Bundesländer sowie durch zahlreiche Privatinitiativen verbesserte sich die finanzielle Gesamtsituation des Zoos spürbar.

So konnten immer neue Projekte in Angriff genommen und realisiert werden, u.a, der Abschluss der Sanierung des Wasservogelteiches wurde 1996 gemeldet. Dann konnte 1997 die Erweiterung und Neugestaltung des Nashorn- und Kleinbüffelgeheges abgeschlossen werden. Am Ende des Jahres 1997 übernahm der ehrgeizige 33-jährige, Dr. Jörg Junhold, die Leitung des Leipziger Zoos. Mit ihm begann eine eindrucksvolle neue Ära in der Geschichte dieser Einrichtung.

Auch das gibt es im Zoo, freilaufende Hühner

 

Teil 3: Die Entwicklung des Leipziger Zoos seit dem Jahr 1997


Der Leipziger ZOO zählt heute zu den renommiertesten Tiergärten der Welt. Er genießt einen außerordentlich guten Ruf was die Gestaltung der Gesamtanlage und die artgerechte Haltung der vorhandenen Tiere angeht. Dies ist auf die Entwicklung der letzten 15 Jahre und hier insbeson- dere auf die engagierte Arbeit des Zoodirektors Herrn Dr. Jörg Junhold zurückzuführen. Dieser ist seit November 1997 Geschäftsführer und Direktor des Zoo Leipzig.

Sicht auf den Haupteingang des Zoo Leipzig


Herr Junhold übernahm die Leitung zu einem Zeitpunkt als die Besucherzahlen einen damaligen Rekordtiefstand erreicht hatten. Sie hatten sich von durchschnittlich 1,4 Mio jährlich in den 80er Jahren auf ca. 0,7 Mio jährlich fast halbiert.  Grund dafür waren vor allem veraltete, marode und nicht mehr zeitgemäße Anlagen die dramatisch die Attraktivität des Zoos vermindert hatten. Ohne Gegenmaßnahmen wären Konsequenzen wie die schrittweise Schließung und der Verlust des internationalen Ansehens die Folge gewesen. Herr Dr. Junhold übernahm somit ein schweres Erbe und stellte sich mutig und entschlossen der "Mammutaufgabe" diese negative Entwicklung zu stoppen und umzukehren

Seine im Jahr 2000 vorgestellte Vision vom „Zoo der Zukunft“ hat seither, obwohl die darin vorgesehene Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, bereits jetzt eine beeindruckende Gestalt angenommen.

Die neue Robbenanlage befand sich noch im Bau als Herr Dr. Jörg Junhold im November 1997 die Geschäftsführung und die Stelle des Direktors des Leipziger Zoos übernahm. Diese neue Robbenanlage wurde 1998 zur Nutzung übergeben. Herr Dr. Junhold, machte sich mit Visionen und unendlichem Eifer an die Arbeit und an die Umsetzung seines Konzeptes. Am 14.06.2000 beschloss die Leipziger Ratsversammlung dieses strategische Unternehmenskonzept des Herrn Dr. Junhold als Grundlage für die weitere Planung und Entwicklung des Leipziger Zoos. Knapp 2 Monate später bereits, am 01. August 2000 wurde der damals noch als Eigenbetrieb der Stadt Leipzig geführte Zoo in die Zoo Leipzig GmbH überführt.

Unter der Leitung des Zoodirektors Dr. Jörg Junhold begann nun die Umsetzung der Konzeption "Zoo der Zukunft", dessen Kernanliegen war und ist, die Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen zu halten und zu zeigen.  Erster Schritt in diese Richtung war die im Februar 2001 eröffnete Löwensavanne mit dem Namen "Makasi Simba". Es war ihm in dieser Zeit auch gelungen, das Max-Planck Institut für evolutionäre Anthropologie für eine wichtige und entscheidende Kooperation zu gewinnen.  Unter der Regie dieses Instituts entstand mit einer Fläche von 30.000 m² die weltweit größte Anlage für Menschenaffen – das "Pongoland". 
In der heute bei Wissenschaftlern und Besuchern gleichermaßen außerordentlich beliebten Anlage, die bereits im April 2001 seiner Bestimmung übergeben wurde, leben seitdem ca. 60 Gorillas, Orang-Utans, Schimpansen und online gambling pokies Bonobos. Herr Dr. Junhold duldete keinen Stillstand und verfolgte mit Nachdruck und Konsequenz  die Umsetzung weiterer Umgestaltungsmaßnahmen.

So folgt in kurzen Abständen die Realisierung folgender Projekte :


April 2002              Die neuen Lippenbärenschlucht
September 2002    Das Entdeckerhaus "Arche"
April 2003              Die neuen Tiger-Taiga mit 1.200 m²
August 2003          Der neue und erweiterte Wirtschaftshof und die Zooschule
April 2004              Die neue "Kiwara-Savanne" mit ca. 20 verschiedenen Tierarten
April 2005              Inbetriebnahme der renovierten Flugkäfige 
April 2006              Übergabe des neuen Elefantentempels "Ganesha Mandir"
Frühjahr 2007        Baubeginn der Riesentropenhalle "Gondwanaland"
01.Juli 2011           Eröffnung der Riesentropenhalle "Gondwanaland"

Heute hat der Zoo eine Anziehungskraft wie niemals zuvor in seiner 135-jährigen Geschichte. Der Zoodirektor kann mit Stolz in seiner bisherigen Amtszeit einen grandiosen Anstieg der Besucherzahlen verkünden. Kamen im Jahr 2000 noch ca. 700.000 Besucher in den Zoo, so waren es im Jahr 2011 knapp 2.100.000  Besucher. Das ist ein Anstieg innerhalb von 11 Jahren von unglaublichen runden 200 %. Eine solche Entwicklung konnte bisher von keinem Zoodirektor erzielt werden. Inzwischen ist der Zoo Leipzig fester und sehr bedeutender Bestandteil des Marketingkonzeptes der Stadt.

Mit der bewundernswerten Entwicklung der Besucherzahlen aber auch in fachlicher Hinsicht ist die internationale Anerkennung und Bedeutung unseres Zoo enorm gewachsen. Dieser Ruf ist gleichzeitig auch Verpflichtung. Der Leipziger Zoo beteiligt sich seit vielen Jahren und das in immer stärkerem Maße  an internationalen Projekten zum Erhalt und Schutz der biologischen Vielfalt.
So unterstützt er gemeinsam mit vielen Zoos der ganzen Welt mit vereinten Kräften hunderte von Artenschutzprojekten. Gemeinsam geben dafür die beteiligten Zoos jährlich über 350 Mill. US-Dollar aus. Der Leipziger Zoo beteiligt sich aber nicht nur finanziell sondern arbeitet auch aktiv in einigen dieser Projekte mit und entsendet dafür entspr. Fachpersonal. Die für diese internationale Arbeit erforderlichen Mittel werden zum Teil aus Spenden der Besucher aufgebracht.
Das Entwicklungskonzept "Zoo der Zukunft" sieht vor, unseren Leipziger Zoo in die sechs Themenbereiche: Pongoland, Asien, Gondwanaland, Afrika, Südamerika und Gründer-Garten zu gliedern. Nach der Realisierung der Themenbereiche Pongoland, Asien, dem Gründer-Garten und dem jüngsten und wohl spektakulärsten Objekt, dem Gondwanaland, ist der Zoo diesem Ziel in den letzten Jahren schon entscheidend näher gekommen.
Die Tropenerlebniswelt "Gondwanaland" die im Sommer 2011 eröffnet wurde, entführt die Besucher in einen urwüchsigen Regenwald mit mehr als 24.000 tropischen Pflanzen und etwa 300 exotischen Tieren auf einer Fläche von 16.500 m².  Subtropische Temperaturen von 25° C und eine hohe Luftfeuchtigkeit vermitteln das Gefühl sich wirklich in einem tropischen Dschungel zu befinden. Ein Besuch lohnt sich !

 

Teil 4: Ein Blick in die Zukunft des Leipziger Zoos

 

In den vergangen drei Teilen haben wir ausführlich die Geschichte Vergangenheit des Leipziger Zoo behandelt. Es ist nunmehr Zeit, in die Zukunft zu blicken. Und wer könnte das besser als der jetzige Zoodirektor, der den Wandel so vorangetrieben hat? Herr Dr. Junhold sagte dazu in einem Interview :

"Unser vorrangigen Ziele der nächste Jahre sind :

1. Die Attraktivität der Zoobesuche für unsere Gäste zu gewährleisten und weiter zu erhöhen.

2. Das hochwertige Engagement für den Artenschutz und die Bildungsarbeit fortzusetzen

3. Die im Masterplan bis 2020 vorgesehenen weiteren Bauabschnitte zu realisieren

4. Und nicht zu vergessen, die Modernisierung der Kongresshalle soll unbedingt weitergehen"

… also es wird kräftig weitergebaut, die ersten Projekte laufen bereits !

Blick auf den Haupteingang des Zoo Leipzig

So werden in den kommenden Jahren folgende Projekte und Baumaßnahmen in Angriff genommen und umgesetzt :

 

 

Eine Amurleopardenanlage

Die Kiwara-Kopje für Nashörner

Der Umbau der Bärenburg zu einem Abenteuerspielplatz

Die Asiatische Hochgebirgswelt Himalaya

Die Themenwelt Südamerika

Die Unterwasserwelt für Pinguine und Robben

und zum Abschluss

Die Asiatische Inselwelt

Ein wichtiger Beitrag zum Erhalt von bedrohten Tierarten (derzeit sind etwa 60.000 Arten erfasst) stellen die Zuchtprogramme unter artgerechten Haltungsbedingungen dar. Hierfür wurde ein internationales Zoo-Netzwerk, wie zum Beispiel der Europäische Zooverband EAZA oder der Weltverband des Zoos und Aquarien WAZA, zum Natur- und Artenschutz gegründet. Den von diesen Organisationen erarbeiteten Naturschutzstrategien fühlt sich der Zoo Leipzig verpflichtet. Die Teilnehmer an diesem Netzwerk koordinieren Ihre Arbeit und gestalten sie somit effektiv und kostengünstiger.

Besonders wichtig dabei ist, dass die Zoos ihre Zuchtbemühungen untereinander abstimmen, um genetische variable und überlebensfähige Bestände zu erhalten und möglichst viele Tiere auswildern zu können. Grundlage für eine gesunde Bestandsvermehrung ist die Führung von Zuchtbüchern für Wildtiere. Sie wird in der Regel Zoos übertragen die bei der Zucht einer bestimmten Tierart führend sind und darüber hinaus über das notwendige Fachwissen und Fachpersonal verfügen. International führt der Zoo Leipzig derzeit folgende Zuchtbücher :

Tiger (seit 1973)

Anoa (Rinderart = Kleinbüffel) (seit 1986)

Mähnenwolf (seit 2010)

 

Auf europäischer Ebene führt und koordiniert der Zoo Zuchtbücher über :

Anoa (Rinderart = Kleinbüffel) (seit 1986)

Stumpfkrokodil (seit 2007)

Weißnackenkranich (seit 2008)

Mähnenwolf (seit 2010)

Lippenbär (seit 2011)

 

Die Popularität unseres Zoos resultiert auch ganz wesentlich aus der Beteiligung an Auswilderungsprogrammen. Nicht zuletzt verdankt er sein nationales und internationales Gewicht der aktiven Mitarbeit unseres Zoodirektors in nationalen und internationalen Organisationen, Verbänden und Gremien. Wie zum Beispiel  :

Verband deutscher Zoodirektoren

Stiftung Artenschutz

World Association of Zoos and Aquaria (von Okt. 2011 bis Okt. 2013 Präsident)

European Association of Zoos und Aquaria (EAZA)

Kulturstiftung Leipzig

Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

 

Den inzwischen hohen Bekanntheitsgrad, insbesondere in Deutschland, verdanken wir auch der Fernsehsendung des MDR :  "Elefant, Tiger und Co". Die allseits bewunderte außerordentlich positive Entwicklung soll nach dem Willen des Zoodirektors fortgesetzt werden. Am 13 Juni 2012 stellte er seine Visionen für die weitere Modernisierung zum Zoo der Zukunft, zusammengefasst im Masterplan 2020 vor. Herr Dr. Junhold sagte in diesem Zusammenhang : "Wir sind auf unserem Weg in die Zukunft bereits ein gutes Stück vorangekommen. Aber kritische Bereiche wie die Bärenburg, die Leopardenhaltung, zentrale Zoobereiche und die gesamte Themenwelt Südamerika verlangen auch weiterhin die konsequente Fortsetzung des Masterplanes". Der Abschluss und die Fertigstellung ist für das Jahr 2020 vorgesehen.

Das gesamte Team von Tüpfelhausen - Das Familienportal e.V. wünscht Euch einen erlebnisreichen Zoobesuch.  Und sagt an dieser Stelle Edmund Schneider ganz herzlich Danke für seine Ausführungen.

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